Der Hortrat ist eine gewählte Vertretung der Kinder eines Horts, vergleichbar mit einem Schülerrat: Delegierte aus den Gruppen vertreten die Anliegen aller Kinder gegenüber dem Team, bereiten Entscheidungen vor und bringen eigene Themen ein. Er ergänzt die Kinderkonferenz um ein kontinuierlich arbeitendes Gremium.
Während in der Kinderkonferenz alle zusammenkommen, arbeitet der Hortrat als kleines, handlungsfähiges Team — typischerweise vier bis acht Kinder, die sich wöchentlich oder vierzehntägig mit einer Fachkraft treffen. Das macht ihn für größere Einrichtungen interessant, in denen Vollversammlungen schwerfällig werden.
Einführung in vier Schritten
- Mandat klären, bevor gewählt wird: Über welche Themen darf der Rat wirklich entscheiden, wo berät er nur? Das Team muss diese Frage vorher beantworten, sonst produziert der Rat Frust
- Wahl ernst nehmen: Kandidaturen, kurze »Wahlreden«, geheime Abstimmung. Der Aufwand lohnt sich, weil Kinder den Unterschied zwischen Bestimmen und Gewähltwerden körperlich erleben
- Feste Treffen mit sichtbaren Ergebnissen: Protokoll als Plakat, Rückmeldung an alle Gruppen binnen einer Woche
- Amtszeit begrenzen (ein halbes bis ein Jahr), damit viele Kinder die Erfahrung machen
Die typischen Anfängerfehler
Der häufigste: Der Rat wird zum Beschwerdebriefkasten des Teams (»sagt mal euren Leuten, sie sollen leiser sein«) und verkommt zur verlängerten Erwachsenenstimme. Der zweite: Es werden nur die ohnehin Selbstbewussten gewählt, stille Kinder bleiben außen vor — hier helfen Gruppendelegierte statt einer Gesamtwahl. Und schließlich die Geduldsfrage: Ein Hortrat braucht ein halbes Jahr, bis er rund läuft. Wer nach sechs Wochen aufgibt, hat nie einen gehabt.
Der Hortrat funktioniert am besten eingebettet in eine Beteiligungskultur mit mehreren Formaten. Welche das sein können, zeigt der Artikel Partizipation im Hort: 10 Ideen und Methoden.
Weitere Begriffe im Glossar
Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) · Kinderkonferenz · Lernzeiten · Mobbing vs. Konflikt · Alle Begriffe (A–Z)