Coolness-Training (CT) ist ein konfrontativ-pädagogisches Gruppenprogramm zur Gewaltprävention. Es vermittelt Kindern und Jugendlichen, Provokationen auszuhalten, Konflikte ohne Gewalt zu lösen und Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen. Entwickelt wurde es aus dem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) nach Jens Weidner.
Der Unterschied zwischen beiden Formaten liegt in der Zielgruppe: Das AAT richtet sich an bereits mehrfach gewaltauffällige Jugendliche, oft im Justizkontext. Das Coolness-Training ist die präventive Schwester für den Regelbetrieb (Schulklassen, Hortgruppen, Jugendgruppen) und arbeitet mit der ganzen Gruppe, nicht nur mit den »Auffälligen«.
Wie ein Coolness-Training arbeitet
Typische Elemente sind Rollenspiele mit Provokationssituationen, Regeln für faire Konfrontation, Übungen zur Körpersprache und der sogenannte heiße Stuhl, auf dem Verhalten wohlwollend, aber deutlich gespiegelt wird. Konfrontativ heißt dabei nicht hart oder beschämend: Konfrontiert wird das Verhalten, nicht die Person. Die Grundhaltung bleibt wertschätzend. Gerade das unterscheidet seriöse Trainings von Bootcamp-Folklore.
Wichtig zu wissen: »Coolness-Trainer« ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Wer ein Training einkauft oder selbst eine Weiterbildung sucht, sollte auf eine fundierte Ausbildung, Praxiserfahrung mit der Altersgruppe und ein klares pädagogisches Konzept achten.
Was es im Hort leisten kann und was nicht
Ein gutes Training gibt einer Gruppe gemeinsame Begriffe und Rituale für Konflikte, die im Alltag weiterwirken; die Wirkung verpufft allerdings, wenn das Team die Elemente danach nicht weiterführt. Ein CT ersetzt also keine kontinuierliche Gewaltprävention, es kann sie aber kraftvoll anstoßen, etwa wenn eine Gruppe in Kämpfe verstrickt ist und das Team einen Neustart braucht.
Miriam Steimer, Gründerin der Leuchtturm Akademie, ist selbst ausgebildete Anti-Gewalt- und Coolness-Trainerin. Was eine solche Weiterbildung beinhaltet und für wen sie sich lohnt, steht im Artikel Weiterbildung Gewaltprävention; die Grundlagen liefert der Leitfaden Gewaltprävention in Kita und Hort.
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