Rechtssicherheit in der Schulkindarbeit
Was darf ich, was darf ich nicht? Der Kurs gibt Fachkräften in der Schulkindbetreuung Handlungssicherheit bei § 8a, Aufsichtspflicht, Datenschutz und im Krisenfall – online, als Kompakt-Impuls (2 UE) oder Vertiefung (8 UE).
Wenn Unsicherheit den Alltag bestimmt
Rechtssicherheit in der Schulkindarbeit: Was darf ich, was darf ich nicht?
Darf ich ein Kind allein zur Toilette gehen lassen? Was mache ich, wenn ich blaue Flecken bemerke — und wen rufe ich zuerst an? Muss ich Eltern alles erzählen, was ihr Kind mir anvertraut? Viele Fachkräfte in der Schulkindbetreuung handeln in solchen Momenten nach Bauchgefühl, weil niemand ihnen je die rechtlichen Grundlagen erklärt hat. Das erzeugt Unsicherheit — und Unsicherheit führt zu Fehlern, in beide Richtungen.
Handlungssicherheit statt Bauchgefühl: klare Abläufe und verlässliches Wissen für die heiklen Momente des pädagogischen Alltags.
Inhalte
- § 8a SGB VIII — Umgang mit Anzeichen von Kindeswohlgefährdung: Wie der Ablauf aussieht, wann die insoweit erfahrene Fachkraft ins Spiel kommt und wer wann informiert wird
- Kinderrechte und Elternrechte — was Kindern zusteht, wo das Erziehungsrecht der Eltern endet und wie Sie sich im Spannungsfeld dazwischen bewegen
- Bundeskinderschutzgesetz — was es für Ihre Einrichtung konkret bedeutet, vom erweiterten Führungszeugnis bis zum Schutzkonzept
- Aufsichtspflicht — was sie wirklich verlangt, wann Sie haften und wann nicht, und wie viel Freiraum Sie Schulkindern geben dürfen
- Datenschutz und Vertraulichkeit — was Sie dokumentieren dürfen, was Sie weitergeben dürfen und was im Team bleibt
- Verhalten im Krisenfall — Unfall, Feueralarm, vermisstes Kind: wer was tut, in welcher Reihenfolge, und was danach dokumentiert wird
Was es bringt
Für Ihr TeamIhre Mitarbeitenden wissen, was sie dürfen und was nicht — und handeln in kritischen Situationen ruhig und richtig, statt aus Angst vor Fehlern zu zögern oder überzureagieren.
Für die KinderKinder werden besser geschützt, wenn Erwachsene Anzeichen früh erkennen und die richtigen Schritte kennen. Gleichzeitig bekommen sie altersgerechte Freiräume, weil das Team die Aufsichtspflicht realistisch einordnet — statt aus Unsicherheit alles zu verbieten.
Für Sie als LeitungSie erfüllen Ihre Schulungspflicht nachweisbar, Ihre Abläufe für § 8a-Fälle und Krisen stehen schriftlich fest, und im Ernstfall kann Ihnen niemand vorwerfen, Ihr Team sei nicht vorbereitet gewesen.
Zwei Formate
Vertiefung: 8 UE online für Ihr Team
Ein voller Fortbildungstag per Videocall. Am Ende kennt das ganze Team die Rechtslage, und Ihre einrichtungseigenen Abläufe für § 8a-Fälle und Krisen stehen fest.
Wir arbeiten an konkreten Fällen aus Ihrem Alltag: Wo endet die Aufsichtspflicht auf dem Außengelände? Wie läuft die Meldekette, wenn ein Kind sich anvertraut? Was darf in die Dokumentation? Die Antworten schreiben wir gemeinsam so auf, dass sie hinterher für alle gelten.
Fortbildung anfragenErst kennenlernen
Bevor Sie einen ganzen Fortbildungstag buchen, sollten Sie wissen, wer vor Ihrem Team steht. Sie wählen sich im Kalender einen freien Termin, im Gespräch klären wir dann, worum es bei Ihnen geht. Kostenlos, und ohne dass daraus etwas werden muss.
Wenig Zeit? Der Kompakt-Impuls
Dieselben Themen als 2 UE online — der Überblick über die wichtigsten Regeln und Abläufe, kompakt genug für eine verlängerte Teamsitzung.
Der Kompakt-Impuls eignet sich als Auffrischung für erfahrene Teams, zur Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen oder als erster Einstieg, bevor Sie das Thema vertiefen.
Format und Ablauf
- Vertiefung: 8 UE online — ein Fortbildungstag mit Ihrem Team, mit Fallarbeit und schriftlichen Abläufen für Ihre Einrichtung
- Kompakt-Impuls: 2 UE online — die wichtigsten Regeln und Meldewege im Überblick
- 100 % online — live per Videocall, kein Reiseaufwand für Ihr Team
- Auf Ihre Einrichtung zugeschnitten — Ihre Abläufe, Ihre Ansprechpartner, Ihr Bundesland
- Ohne juristisches Vorwissen — alles wird an Alltagssituationen erklärt, nicht am Gesetzestext
- Preis auf Anfrage, abhängig von Format und Teamgröße
Häufige Fragen von Leitungen
Warum 2 oder 8 UE — was ist der Unterschied?
Der Kompakt-Impuls (2 UE) vermittelt die wichtigsten Regeln und Meldewege im Überblick. In der Vertiefung (8 UE) arbeiten wir zusätzlich an Fällen aus Ihrem Alltag und legen die Abläufe für Ihre Einrichtung schriftlich fest. Viele Teams starten kompakt und vertiefen später.
Muss wirklich das ganze Team dabei sein?
Ja, gerade bei diesem Thema. Aufsichtspflicht und Meldewege funktionieren nur, wenn alle dieselben Regeln kennen — auch Ergänzungskräfte, Quereinsteiger und FSJler. Im Ernstfall zählt, was die Person wusste, die gerade Dienst hatte.
Brauchen unsere Mitarbeitenden juristische Vorkenntnisse?
Nein. Wir erklären alles an konkreten Alltagssituationen, nicht am Gesetzestext. Paragraphen kommen nur dort vor, wo Ihr Team sie wirklich kennen muss.
Bekommen wir eine Teilnahmebescheinigung?
Ja. Sie ist für Träger und Arbeitgeber gedacht und lässt sich als Fortbildungsnachweis verwenden — auch als Beleg dafür, dass Ihr Team zum Kinderschutz geschult wurde.
Wie läuft eine Anfrage ab?
Sie buchen ein Erstgespräch oder schreiben uns. Darin klären wir, welches Format passt und welche Themen bei Ihnen im Vordergrund stehen. Daraus entsteht ein Konzept, das auf Ihre Einrichtung zugeschnitten ist.
Fragen von Teilnehmenden
Hafte ich persönlich, wenn einem Kind unter meiner Aufsicht etwas passiert?
In den allermeisten Fällen nicht — die Aufsichtspflicht verlangt kein lückenloses Überwachen, sondern altersangemessenes, vorausschauendes Handeln. Im Kurs lernen Sie, wo die Grenze wirklich verläuft. Das nimmt vielen Fachkräften eine Angst, die sie seit Jahren mit sich tragen.
Was mache ich, wenn ich Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung bemerke?
Erst einmal: nicht allein handeln und nicht wegsehen. Der § 8a SGB VIII gibt einen klaren Ablauf vor — Beobachtungen dokumentieren, im Team und mit der Leitung beraten, die insoweit erfahrene Fachkraft hinzuziehen. Genau diesen Weg gehen wir im Kurs Schritt für Schritt durch, mit den Ansprechpartnern, die für Ihre Einrichtung gelten.
Darf ich Eltern erzählen, was ihr Kind mir anvertraut hat?
Das kommt darauf an — und genau dieses „kommt darauf an” lösen wir im Kurs auf. Sie lernen, wann Vertraulichkeit gilt, wann die Elternrechte überwiegen und wann der Kinderschutz beides aussticht.
Ersetzt der Kurs eine Rechtsberatung?
Nein. Der Kurs gibt Ihnen Handlungssicherheit für den pädagogischen Alltag — er ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Dafür wissen Sie hinterher, wann Sie eine brauchen und an wen Sie sich wenden.
Zum Mitnehmen
Rechtssicherheit in der Schulkindarbeit als PDF
Für die Leitung
Nutzen für Team, Kinder und Leitung, dazu beide Formate, Ablauf und Konditionen. Zum Weiterreichen an Träger oder Schulleitung.
PDF ansehenPDF · 3 Seiten
Für Teilnehmende
Was im Kurs drankommt, was Sie davon haben und wie lange er dauert. Zum Verteilen im Team.
PDF ansehenPDF · 2 Seiten
Ihre Coachin
Erzieherin · Sozialarbeiterin · Anti-Gewalt-Trainerin
Miriam Steimer — Zwei Jahrzehnte im sozialen Sektor: als Erzieherin im Schülerhort und in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe, danach als Sozialarbeiterin im Jugendamt und im Quartiersmanagement. Dort hat sie § 8a-Fälle nicht aus dem Lehrbuch kennengelernt, sondern selbst bearbeitet — von der ersten Meldung bis zur Hilfeplanung nach SGB VIII. Genau diese Praxis bringt sie in die Fortbildung mit.
„Die meisten Fehler im Kinderschutz passieren nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Unsicherheit. Und die kann man auflösen.”
Course Features
- Lectures 0
- Quizzes 0
- Skill level Alle Stufen
- Students 0
- Assessments Self