Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung eines Menschen, Anforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Der Begriff geht auf den Psychologen Albert Bandura zurück. Kinder mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung gehen Aufgaben mutiger an, halten bei Rückschlägen länger durch und erholen sich schneller von Misserfolgen.
Entscheidend ist das Wort Überzeugung. Es geht nicht darum, ob ein Kind etwas objektiv kann, sondern ob es sich selbst etwas zutraut. Zwei Kinder mit gleichen Fähigkeiten können völlig unterschiedlich auf dieselbe Matheaufgabe reagieren: Das eine denkt »das krieg ich raus«, das andere »das kann ich sowieso nicht«. Diese innere Stimme entsteht nicht zufällig, sondern aus Erfahrung.
Die vier Quellen nach Bandura
- Eigene Erfolgserlebnisse, mit Abstand die stärkste Quelle
- Beobachtung: andere, ähnliche Kinder schaffen es auch
- Zuspruch, der konkret ist (»du hast gestern schon die Hälfte geschafft« wirkt, »du schaffst das schon« kaum)
- Die Deutung körperlicher Signale: Ist Herzklopfen Angst oder Aufregung?
Warum der Hort dafür ein idealer Ort ist
Die Schule bewertet, der Hort nicht. Genau darin liegt die Chance: Hier kann ein Kind Dinge können, die in keinem Zeugnis stehen: den jüngeren Kindern beim Streit helfen, den Nachtisch für vierzig Leute planen, die Wasserbahn im Garten konstruieren. Fachkräfte stärken Selbstwirksamkeit, indem sie echte Aufgaben abgeben statt Beschäftigung zu verteilen, und indem sie Anstrengung kommentieren statt Ergebnisse zu loben. Der Unterschied klingt klein und ist riesig: »Du hast nicht aufgegeben« baut eine andere innere Stimme als »schön gemacht«.
Selbstwirksamkeit ist einer der zentralen Schutzfaktoren für die seelische Widerstandskraft. Die Zusammenhänge erklärt der Leitfaden Resilienz bei Kindern stärken. Wie Beteiligung Selbstwirksamkeit erzeugt, zeigt Partizipation im Hort.
Weitere Begriffe im Glossar
Offene Arbeit · Partizipationsstufen · Resilienz · Scheinpartizipation · Alle Begriffe (A–Z)