Worum geht’s?
Als pädagogische Fachkraft in Kita, Hort oder Schule stehst Du täglich vor Situationen, in denen Du „Nein” sagen müsstest – gegenüber Kindern, Eltern, Kolleginnen, der Leitung. Und doch fällt es schwer. Du gibst nach, übernimmst noch eine Aufgabe, rechtfertigst Dich, kommst an Deine Grenzen. Das Ergebnis: Erschöpfung, innere Wut, das Gefühl, nicht mehr handlungsfähig zu sein. Dieser Inhouse-Workshop zeigt Dir und Deinem Team, wie Ihr klar und ruhig Grenzen zieht – ohne hart zu werden und ohne Euch zu verlieren.
Warum „Nein” so schwerfällt
In pädagogischen Berufen ist die Hilfsbereitschaft Teil der DNA. Wer „Nein” sagt, fürchtet, egoistisch zu wirken oder das Team im Stich zu lassen. Doch genau das Gegenteil ist wahr: Nein zum Außen bedeutet Ja zu Dir selbst. Wer seine eigenen Grenzen nicht kennt und schützt, kann auf Dauer auch keine Grenzen für Kinder halten.
Die drei häufigsten Gründe, warum das Neinsagen im pädagogischen Alltag so schwer fällt:
- Sozialisation – Viele Fachkräfte haben gelernt, Harmonie über die eigenen Bedürfnisse zu stellen.
- Zeitansprüche anderer – „Hast Du mal kurz…” ist der Einstieg in die nächste Überforderung.
- Fehlende Formulierungen – Ohne klare Sätze wird aus dem Nein ein „Ja, aber…”.
Die drei Grenz-Typen im pädagogischen Alltag
Grenzen sind nicht gleich Grenzen. Im Workshop lernt Ihr drei Ebenen zu unterscheiden:
- Die Selbstgrenze – Wann ist bei Dir Schluss? Erschöpfung, Überforderung, innere Wut sind Signale, die ernst genommen werden wollen.
- Die Beziehungsgrenze – Was ist in der Beziehung zu Kind, Eltern oder Kolleg:innen nicht verhandelbar?
- Die Rollengrenze – Welche Aufgaben gehören zu Deinem Auftrag, welche nicht?
Was Ihr im Workshop lernt
Ein Inhouse-Präsenzworkshop direkt bei Euch in der Einrichtung – mit Partnerübungen, Rollenspielen und persönlicher Standortbestimmung. Dein Team bekommt:
- Die 3-Schritte-Technik zum Neinsagen: Verständnis zeigen → Klares Nein → Angebot oder Grenze benennen.
- Ein erprobtes Feedback-Tool nach der Wahrnehmung-Wirkung-Wunsch-Methode für Teams und schwierige Gespräche.
- Hilfreiche Formulierungen, die Ihr ab dem nächsten Dienst anwenden könnt: „Ich komme gerade an meine Grenzen.” • „Es geht nicht gegen dich, es geht gerade für mich.” • „Ich möchte etwas ansprechen, das mir wichtig ist.”
- Drei Selbstfürsorge-Techniken zur sofortigen Anwendung: Kriegeratmung (Eckenatmung), Thymusdrüsen-Klopfen und die „Wolken-Visualisierung”.
- Die 24-Stunden-Selbstverpflichtung – eine konkrete Nein-Situation, in der jede Teilnehmerin es innerhalb eines Tages ausprobiert.
Was nach dem Workshop passiert
Jede Teilnehmerin erhält ein Workbook mit allen Techniken, Formulierungen und der Standortbestimmung. Nach 24 Stunden hat jede ihr erstes bewusstes Nein in der Praxis hinter sich. Nach einer Woche spürt Ihr im Team, wie sich der innere Zustand verändert. Und: Ihr habt den Grundstein für Umgang mit Konflikten gelegt – dem Aufbauworkshop, der Dich und Dein Team im Umgang mit Konflikten im pädagogischen Alltag systematisch weiterbringt.
Für wen ist der Workshop?
Für pädagogische Teams, die spüren: Wir arbeiten an der Belastungsgrenze und brauchen endlich handfeste Werkzeuge, um klar zu bleiben, ohne hart zu werden. Besonders geeignet für Leitungen, die ihren Teams einen niederschwelligen Einstieg in das Thema Selbstfürsorge und Grenzen schenken möchten – ohne komplizierte Anreise oder Terminkoordination.
Termin anfragen
Dieser Workshop findet ausschließlich als Inhouse-Veranstaltung statt – wir kommen direkt zu Euch in die Kita, den Hort oder die Einrichtung. Ablauf, Dauer und Teilnehmer:innen-Zahl stimmen wir individuell mit Dir ab. Jetzt Termin anfragen →
Häufige Fragen
Wie läuft der Workshop ab?
Als Inhouse-Präsenzveranstaltung direkt in Eurer Einrichtung. Wir stimmen Dauer und Ablauf individuell mit der Leitung ab – je nach Teamgröße und Vorkenntnissen.
Bekommt das Team ein Zertifikat?
Jede Teilnehmerin erhält eine Teilnahmebestätigung. Wenn Euer Team systematisch in Richtung Zertifikat arbeiten möchte, ist die Fachkraft-Ausbildung Gewaltprävention der nächste Schritt.
Ist der Workshop auch etwas für Berufsanfängerinnen?
Ja. Gerade im ersten Berufsjahr sind klare Grenzen Gold wert – der Workshop ist so aufgebaut, dass er gemischte Teams (Berufsanfängerinnen und erfahrene Kolleg:innen) gleichermaßen anspricht.
Wie viele Teilnehmerinnen sind möglich?
Ideal sind Teams zwischen 8 und 20 Personen. Kleinere Gruppen ermöglichen mehr individuelle Übungszeit, größere Gruppen mehr Perspektivenvielfalt. Sprich uns an, wir finden den passenden Rahmen.